SIBO und Reizdarm

Was Reizdarm und Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) gemeinsam haben – und warum die richtige Diagnose entscheidend ist: Ursachen, Symptome und Unterschiede verständlich erklärt

Stilisierte Abbildung von Darmbakterien

Inhalte auf einen Blick

Reizdarmsyndrom – verständlich erklärt

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine häufige, chronische Funktionsstörung des Darms. Betroffene leiden unter wiederkehrenden Beschwerden, obwohl bei Untersuchungen keine organischen Veränderungen oder Entzündungen festgestellt werden können. Das Reizdarmsyndrom ist nicht lebensbedrohlich, kann jedoch den Alltag und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Welche Beschwerden treten beim Reizdarmsyndrom auf?

Die Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein und in ihrer Stärke wechseln.  Typische Beschwerden sind:

Viele Betroffene berichten, dass sich die Beschwerden nach dem Stuhlgang bessern. Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber, nächtliche Durchfälle oder ungewollter Gewichtsverlust gehören nicht zum Reizdarmsyndrom und sollten ärztlich abgeklärt werden!

Stilisierte Abbildung von Darmbakterien

Wie wird das Reizdarmsyndrom festgestellt?

Die Diagnose basiert auf den typischen Beschwerden, die über mindestens drei Monate bestehen, sowie auf dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Es gibt keinen einzelnen Test für das Reizdarmsyndrom. Ärztliche Untersuchungen dienen vor allem dazu, andere Ursachen sicher auszuschließen.

Wie entsteht ein Reizdarm?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken:

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungs-möglichkeiten

Das Reizdarmsyndrom ist derzeit nicht heilbar. Mit einer individuell angepassten Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch häufig deutlich lindern. Zu den bewährten Maßnahmen gehören:

Ziel der Behandlung ist es, die Symptome zu reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Grafik mit stilisierter Lotusblüte vor geschwungenen Linien, die einen Darm darstellen sollen, in Pastellfarbe.
Sandra Teuchert sitzt auf dem Waldboden mit verschränkten Armen und Beinen, trägt blaue Jeans und weiße Sneakers.

Du hast Fragen?

Du bist nicht sicher ob Reizdarm oder SIBO auch auf dich zutrifft? Du hast andere unklare Beschwerden? Melde dich gerne bei mir, gemeinsam finden wir die Ursache für deine Beschwerden. 

Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) – verständlich erklärt

Die Dünndarmfehlbesiedlung, auch SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth), bezeichnet eine krankhafte Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Normalerweise ist der Dünndarm nur gering mit Bakterien besiedelt. Bei SIBO kommt es zu einer Fehlverteilung der Darmflora, was zu vielfältigen Verdauungsbeschwerden führen kann.

Typische Symptome bei SIBO

Die Beschwerden ähneln häufig denen des Reizdarmsyndroms und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein:

weiß lila Linienzeichnung einer Toilettenpapierrolle mit abgerolltem Ende auf lila Ellipse.
Stilisierte Abbildung von Darmbakterien

Wie entsteht eine Dünndarmfehlbesiedelung?

SIBO ist meist die Folge einer gestörten Darmfunktion. Mögliche Ursachen sind:

Die drei Formen von SIBO

1. Wasserstoff-dominante SIBO (H₂-SIBO)

Diese Form ist die häufigste.
Sie entsteht durch eine vermehrte bakterielle Wasserstoffproduktion.

Typische Symptome sind:

Durchfall
– Blähungen
– Bauchschmerzen

2. Methan-dominante SIBO (IMO)

Bei dieser Form steht die Methanproduktion im Vordergrund. Sie wird häufig auch als Intestinal Methan Overgrowth (IMO) bezeichnet.

Typische Symptome sind:

Verstopfung
– langsame Darmbewegung
– ausgeprägtes Völlegefühl

3. Schwefelwasserstoff-dominante SIBO (H₂S-SIBO)

Diese Form ist seltener und schwieriger zu diagnostizieren.

Sie ist gekennzeichnet durch:

– übelriechende Gase
– Durchfall
– brennende oder drückende Bauchschmerzen

Diagnose von SIBO

Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels Atemtest (z. B. Laktulose- oder Glukose-Atemtest), bei dem die ausgeatmeten Gase Wasserstoff und Methan gemessen werden. Die Ergebnisse werden immer im Zusammenhang mit den Symptomen bewertet.

Beispiel für einen Atemtest

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungs-möglichkeiten

Die Behandlung von SIBO erfolgt individuell und richtet sich nach der jeweiligen Form und Ursache. Mögliche Maßnahmen sind:

Ziel der Behandlung ist es, die bakterielle Fehlbesiedlung zu reduzieren und die Symptome langfristig zu lindern.

Grafik mit stilisierter Lotusblüte vor geschwungenen Linien, die einen Darm darstellen sollen, in Pastellfarbe.

Reizdarmsyndrom und SIBO – Zusammenhänge und Unterschiede

Das Reizdarmsyndrom (RDS) und die Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) sind zwei unterschiedliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die jedoch häufig miteinander in Verbindung stehen. Da sich die Beschwerden stark ähneln, ist eine klare Abgrenzung für Betroffene oft schwierig.

Gemeinsame Merkmale

Sowohl das Reizdarmsyndrom als auch SIBO gehen mit ähnlichen Symptomen einher.

Dazu zählen:

Diese Überschneidung der Symptome führt dazu, dass SIBO bei Menschen mit Reizdarm lange unentdeckt bleiben kann.

Stilisierte Abbildung von Darmbakterien

Wichtige Zusammenhänge

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass zwischen Reizdarm und SIBO ein enger Zusammenhang bestehen kann.

In einigen Fällen bessern sich die Reizdarmbeschwerden deutlich, wenn eine gleichzeitig bestehende SIBO gezielt behandelt wird.

Zentrale Unterschiede

Trotz ähnlicher Symptome handelt es sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder:

Reizdarmsyndrom

SIBO

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Die Unterscheidung zwischen Reizdarmsyndrom und SIBO ist entscheidend für die richtige Behandlung. Während beim Reizdarmsyndrom vor allem eine langfristige, ganzheitliche Therapie im Vordergrund steht, erfordert SIBO eine gezielte Behandlung der bakteriellen Fehlbesiedlung. Bleibt SIBO unbehandelt, können Beschwerden trotz Reizdarmtherapie bestehen bleiben.

Vergleich: Reizdarmsyndrom (RDS) und SIBO

Merkmal Reizdarmsyndrom (RDS) Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
Definition Funktionelle Darmerkrankung ohne nachweisbare organische Ursache Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms
Art der Erkrankung Funktionell Mikrobiell / bakteriell
Ursache Unklar, multifaktoriell (Stress, Darm-Hirn-Achse, Ernährung) Übermäßige Vermehrung von Bakterien im Dünndarm
Messbarkeit Keine eindeutigen Laborwerte Nachweisbar, meist über Atemtests
Typische Symptome Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung Blähungen nach dem Essen, Bauchschmerzen, Durchfall, Völlegefühl
Symptomverlauf Oft chronisch, schwankend Häufig nahrungsabhängig, besonders nach Mahlzeiten
Zusammenhang mit Ernährung Individuelle Trigger, oft FODMAP-empfindlich Beschwerden häufig durch fermentierbare Kohlenhydrate
Rolle der Darmbewegung Kann gestört sein Häufig eingeschränkt, begünstigt SIBO
Rolle der Darmflora Veränderte Zusammensetzung möglich Fehlverteilung (zu viele Bakterien im Dünndarm)
Diagnose Ausschlussdiagnose Gezielte Diagnostik
Therapieansatz Symptomlinderung, Ernährung, Stressmanagement Reduktion der Fehlbesiedlung und Ursachenbehandlung
Heilbarkeit Nicht heilbar, aber gut behandelbar In vielen Fällen behandelbar
Rückfallrisiko Beschwerden können wiederkehren Rückfälle möglich bei unbehandelten Ursachen

Merksatz

Reizdarm beschreibt, wie der Darm reagiert – SIBO erklärt, warum Beschwerden entstehen können.

Beide Erkrankungen ähneln sich in den Symptomen, unterscheiden sich jedoch in Ursache, Diagnose und Behandlung.

Fazit

Reizdarmsyndrom und SIBO sind nicht identisch, können jedoch miteinander verbunden sein. Eine sorgfältige Diagnostik hilft, beide Erkrankungen voneinander zu unterscheiden und eine individuell passende Therapie zu wählen.

Wissen aus Expertise & eigener Erfahrung

Sandra Teuchert sitzt auf dem Waldboden mit verschränkten Armen und Beinen, trägt blaue Jeans und weiße Sneakers.

Sandra Teuchert

Deine zertifizierte Expertin für Ernährung & Darmgesundheit